Bayrische Landeszentrale für politische Bildung

Die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit wurde im Jahr 1955 als „Bayerische Zentrale für Heimatdienst“ bei der Bayerischen Staatskanzlei gegründet und ist seit 1995 organisatorisch dem Bayerischen Staatsministerium für Unterricht und Kultus eingegliedert. Sie ist unmittelbar Institution der staatlichen politischen Bildungsarbeit im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung, somit keine Stiftung bzw. Einrichtung der Bürgergesellschaft. Vor diesem Hintergrund ist sie innerhalb der staatlichen Verwaltung, unbeschadet ihrer parteipolitischen Neutralität, auch Beratungs- und Ausführungsorgan.

Sie hat nach § 2 der für sie geltenden Verordnung „die Aufgabe, auf überparteilicher Grundlage das Gedankengut der freiheitlich-demokratischen Staatsordnung im Bewusstsein der Bevölkerung zu fördern und zu festigen“. Formal ist die Landeszentrale in vier Referate gegliedert, von denen zwei für die Herstellung von Eigenpublikationen sowie den Ankauf von Verlagspublikationen zuständig sind. Die beiden anderen Referate leisten die Film- und Medienarbeit bzw. arbeiten in den Bereichen Veranstaltungen, Didaktik, Kooperationen mit anderen Institutionen. Die Landeszentrale ist für die Anerkennung von Tagungen als staatspolitische Bildungsveranstaltungen im Sinne der Dienstbefreiungsvorschriften für den öffentlichen Dienst (Vollzug des § 16 Abs. 1 Ziffer 5 Urlaubsverordnung) zuständig.

Die Landeszentrale ist für das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus für die zeitgeschichtlichen musealen Einrichtungen in Bayern zuständig, so zum Beispiel das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg und die projektierte Dokumentationseinrichtung zur NS-Geschichte der Landeshauptstadt München. In den Jahren von 1997 bis Ende 2002 war die Landeszentrale für die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg zuständig. Seit für diesen Bereich seit 1. Januar 2003 die „Stiftung bayerische Gedenkstätten“ errichtet wurde, hat die Landeszentrale ein enges Kooperationsverhältnis zu dieser Stiftung aufgebaut. Dabei geht es vor allem um didaktische Programme. Unter anderem besteht auch eine Kooperation mit der Weiße Rose Stiftung in München. Ein weiteres Augenmerk gilt den Sinti und Roma in Bayern.

Zum Tätigkeitsprofil der Landeszentrale gehört ferner das Programm „Lernort Staatsregierung“, mit dem Schulklassen an die politische Wirklichkeit auf der Ebene der Staatsregierung herangeführt werden.

Die Landeszentrale hat im Jahr 2004 als Periodikum die viermal jährlich erscheinende Zeitschrift „Einsichten und Perspektiven – Bayerische Zeitschrift für Politik und Geschichte“ eingerichtet. Bei den Eigenpublikationen werden neben Broschüren zunehmend CD-Roms erstellt. Die Broschüren gliedern sich in verschiedene Reihen vom Faltblatt bis zur umfangreichen, wissenschaftsnahen Darstellung in Gestalt von A-Heften (Arbeitshefte); besonders reger Nachfrage erfreut sich die G-Reihe (Grundinformation Politik). Die Landeszentrale erstellt jeden Monat ein aktualisiertes Publikationsprogramm mit Bezugsbedingungen. Ihr einschlägiges Angebot richtet sich grundsätzlich an Nutzer ab 16 Lebensjahren aus Bayern.